Home

Gedanken des Festpredigers zum 60. St. Georgsritt in Kallmuth

Details

Gedanken des Festpredigers zum  60. St. Georgsritt von Pater Provinzial Heinz Josef Catrein sscc

 St. Georg hoch zu Ross

Der Heilige Georg ist ganz ohne Zweifel einer der populärsten Heiligen der Kirche. Von der Zeit der Kreuzfahrer an, ist er aus dem religiösen Leben in Europa nicht mehr wegzudenken.

Viele Jungen tragen seinen Namen, ein Staat ist nach ihm benannt (Georgien), er ist der Beschützer des englischen Königreiches und St. Georg ist der Schutzherr des berühmten Hosenbandordens.

St. Georg ist darüber hinaus Schutzpatron der Pfadfinder, Schirmherr vieler Bruderschaften und an vielen Orten wurden und werden an diesem Tag die Pferde gesegnet.

Über den historischen Georg wissen wir nichts, aber es gibt Legenden die davon erzählen, dass vor einer Stadt im Nahen Osten ein fürchterlicher Drache hauste. Der Drache bekam jeden Tag ein Lamm von den Bürgern um ihn auf diese Weise friedlich zu stimmen. Als die Schafe ausgingen, opferte man Menschen, die durch Los ermittelt wurden und eines Tages traf das Los die Tochter des Königs. Unter herzzerreißendem Weinen wurde das Mädchen vor die Stadt geführt, um Opfer des Untiers zu werden. Da erschien Georg, der Ritter auf seinem weißen Pferd, legte die Lanze an und durchbohrte das Ungeheuer.

Legenden überliefern nicht historische Tatsachen, sondern sie vermitteln menschliche Sehnsüchte. Die Georgslegende  erzählt von der Sehnsucht der Menschen nach einem Retter über das Gemeine und Böse. Der Drache ist die Verkörperung lebensgefährlicher Unheilsmächte während Georg der Retter ist, wobei die Legende sehr deutlich hervorhebt, dass Georgs Kraft und Stärke nicht von ihm, sondern von Christus kommen.

Georg verkörpert somit das Ideal des christlichen Ritters, dem die Wirklichkeit leider selten entsprach. Die Kreuzfahrer wurden mit seiner  Gestalt im Orient vertraut und brachten sie nach Europa, wo sie ungeheuer populär wurde. Vom Glanz des Heiligen profitierte auch der treueste Helfer des Ritters: sein Pferd.

In der Landwirtschaft des Mittelalters war der Georgstag immer ein besonderer Tag. An diesem Tag konnten Knechte und Mägde ihren Herrn wechseln, an diesem Tag mussten die Zinsen bezahlt werden und an diesem Tag wurden die Pferde gesegnet, von deren Wohl und Wehe das bäuerliche Leben abhängig war. Die Segnung war dann oft mit einem Umritt oder einer Prozession verbunden. Der heilige Georg zählt zu den 14 Nothelfern.

Der Georgsritt ist mehr als Folklore und Tradition. Er erinnert an menschliche Ängste, zeigt Ideale und ist zutiefst religiös, weil uns in Georg ein Mensch vorgestellt wird, der mit Christi Kraft das Böse überwindet.


P. Heinz Josef Catrein sscc

   

Besucher:  

Heute 39

Gestern 118

Woche 786

Monat 3420

Insgesamt 67527

Kubik-Rubik Joomla! Extensions