Friedhofswald Kallmuther Friedhof?

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Ortsbürgermeister Robert Ohlerth will freie Areale im Sinne der Umwelt und Bürger nutzen – Statt englischem Rasen sollen Wildblumen und Insektenhotels gedeihen und eine neue Bank nahe der Kirche Ruhe zur inneren Einkehr anbieten – Leichenhalle könnte als Kolumbarium für Urnen dienen, wo Kunst vom Leben und Tod zeugt

Mechernich-Kallmuth – Robert Ohlerth gehen die Ideen nicht aus. Die jüngsten Projekte sind gerade erst abgeschlossen, da geht der frisch wiedergewählte Ortsbürgermeister mit Christian Habrich, von der Mechernicher Friedhofsverwaltung, schon die nächsten innovativen Vorhaben für die Bürger in Kallmuth an. Der rastlose Rentner will freie Areale auf dem älteren und neueren Teil des Kallmuther Friedhofs im Sinne der Umwelt und Bürger besser nutzen. Gemeinsam stellten Ohlerth und Habrich das angedachte Konzept vor.

Auf dem 1.000 Quadratmeter großen Friedhofsareal sollen in Kürze Bäume gepflanzt werden, wie Kallmuths Ortsbürgermeister Robert Ohlerth (r.) und Christian Habrich von der Mechernicher Friedhofsverwaltung erläutern. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Auf einem Areal, wo noch die letzten alten Grabstätten aufgelöst werden müssen, sollen statt englischem Kurzrasen in Kürze Wildblumen für Bienen, Hummeln & Co. wachsen und gedeihen, ergänzt um Insektenhotels und Schaubienenkästen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt eine frisch angelegte Streuobstwiese. Ohlerth findet, das ist eine ideale Kombination: „Deren Blütenpracht soll Insekten anlocken.“  

„Man muss umdenken“

„Man muss umdenken“, so der Ortsbürgermeister und meint damit nicht allein die naturnahe Ausrichtung, sondern auch die Konzeption eines Friedhofes, der modernen Ansätzen gerecht wird.

Auf einer fast 1.000 Quadratmeter großen, noch freien Fläche will er deshalb vorwiegend Elsbeeren, Eichen, Buchen und Ahorn pflanzen. Sie sollen in zehn Jahren etwa zu einem Friedhofswald herangewachsen sein und für Verstorbene Heimat und letzte Ruhestätte bieten, ähnlich dem eines Friedwalds. „Früher wollte keiner an Bäumen beerdigt werden, das ist jetzt alles anders“, stellt er fest.

Auf dem bislang noch für Grabstätten genutzten Wiesenstück hinter Robert Ohlerth (r.) und Christian Habrich sollen schon 2021 bunte Blumen blühen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Mit seiner Vision ist er in Sachen Bestattungskultur sicher einen Schritt voraus. Der Kallmuther holt mit seinem Plan die bekannte friedvolle Bestattung im Wald mitten ins Dorf, ganz zentral, auf den Kallmuther Friedhof.

Mit einem solchen Pilotprojekt im Stadtgebiet würde er sicher auch eine Vorreiterrolle über die Region hinaus einnehmen. Auch Habrich sieht das positiv: „Menschen, die jetzt in den weit entfernten Friedwald gehen, bleiben vielleicht mit solchen Angeboten im Stadtgebiet und nahe der Heimat.“ Gemäht werden soll die baumbepflanzte Fläche dann nur noch ein- bis zweimal im Jahr.

Satzung müsste geändert werden

Ob die 30 Bäume, die schon im neuen Jahr eingepflanzt werden sollen, allerdings tatsächlich als Grabstätte in Kallmuth veräußert werden dürfen, steht bis dato in den Sternen, wie Habrich betont: „Noch gibt das die Satzung nicht konkret her. Dafür müsste sie erst noch geändert werden.“ Deren politische Beratung in zuständigen Ausschuss und Stadtrat stünde aber sowieso in naher Zukunft auf der Agenda.

Robert Ohlerth führt dazu gerne weitere Pluspunkte des dorfnahen Friedhofwalds ins Feld. „Die Nachfahren und Angehörigen haben nicht weit zu laufen, sondern heimatnah kurze Wege. Und Suchen ist auch nicht nötig, so groß ist der Wald dann auch nicht angedacht.“ Die Elsbeere könne außerdem heimischen Vögeln gut als Nahrung dienen.

Mit Blick auf die Kirche will die Dorfgemeinschaft einen Baum pflanzen und eine Bank errichten und damit zum Verweilen und zur inneren Einkehr einladen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Gut ins naturnahe Konzept passt aber auch eine weitere Idee Ohlerths, nach der nahe der Kirche zusätzlich ein Platz zum Verweilen und zur inneren Einkehr geschaffen werden soll: „Wir als Dorfgemeinschaft wollen dort zeitnah einen Baum pflanzen und eine Bank herum bauen. Wenn man auf den Friedhof geht, hat man dann auch die Möglichkeit, sich schön zu setzen mit Blick auf die Kirche.“ Auch Habrich ist begeistert: „Die Bank dient der inneren Einkehr, wenn der Tag mal stressig war, wenn man einen ruhigen Ort sucht, um sich zu sammeln oder aufzutanken.“ 

Leichenhallen machen Sorgen

Sorgen macht allerdings dem Ortsbürgermeister die Leichenhalle auf dem Friedhofsgrundstück. Landauf, landab kosten sie die Stadt eine Menge Geld und werden, angesichts eines Rückgangs traditioneller Bestattungsformen, kaum noch genutzt.

Auf Fläche Nummer „1“ könnte der Friedhofswald entstehen. Bei „2“ ist eine Blumenwiese für Insekten angedacht und and „3“ soll eine Bank mit Baum zur inneren Einkehr aufgestellt werden. Grafik: Stadt Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

„In der Leichenhalle könnte man wie in einem Kolumbarium eine Urnenwand anlegen und auf der anderen Seite eine Wand mit Kunstwerken gestalten, die sich mit Leben und Tod auseinandersetzen. Im Hintergrund könnte permanent leise Musik laufen“, skizziert Ohlerth seine Gedanken zur möglichen Lösung des Problems, denn so könnte die Halle gleich mehrfach genutzt werden. Er fügt hinzu: „Abreißen oder einen Schubkarrenraum draus zu machen, das macht meines Erachtens keinen Sinn. Wir müssen etwas haben, was zumindest den Bestand die nächsten dreißig Jahre sichert.“

pp/Agentur ProfiPress

„Mein Dorf – Kallmuth“

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Eine ganze Woche lang ist das Mechernicher Dorf, das als „Hengasch“ bundesweite Berühmtheit erlangte, Thema in den Radiospots beim Hörfunksender WDR 4

Mechernich – In der neuen Hörfunkserie „Mein Dorf“ auf WDR 4 ist diese Woche Kallmuth an der Reihe. Es gibt täglich mehrere Radiospots, in denen unter anderem Dorfleben, Schmerzensfreitag, Sankt-Georgs-Ritt, Kulturprogramm und Römische Brunnenstube thematisiert werden.

Bundesweit Berühmtheit erlangte Kallmuth durch die WDR-Krimicomedy „Mord mit Aussicht“. Diese Woche ist das Mechernicher Dorf täglich Thema in der WDR-4-Hörfunkreihe „Mein Dorf“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Gesprächspartner der Reporterin Petra Verhasselt sind unter anderem Ortsbürgermeister Robert Ohlerth, Gottesdienstleiter Gerhard Mayr-Reineke, der Organist und Landwirt Stefan Weingartz, Maria Vossemer und Margret Schneider. Dem Westdeutschen Rundfunk zugearbeitet hat die Agentur ProfiPress, die die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Stadtverwaltung Mechernich wahrnimmt.

Natürlich kommt auch der Sankt-Georgs-Ritt am 1. Mai gebührend in den WDR-Sendungen vor. Foto: pp/Archiv ProfiPress

Auf seiner Internetseite schreibt WDR 4: „In dieser Woche besuchen wir das Dorf Kallmuth in der Nordeifel. Kallmuth ist ein Ortsteil von Mechernich im Kreis Euskirchen und hat 350 Einwohner.

Das Kulturprogramm thematisiert Ortsbürgermeister Robert Ohlerth, hier mit dem „Bergischen Jong“ Willibert Pauels im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“, in dem auch das Kommissariat „Hengasch“ fürs Fernsehen untergebracht wurde. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Einer von Ihnen ist Ortsvorsteher Robert Ohlerth. Er erzählt uns, wie aus Kallmuth das »Hengasch« aus der WDR-Krimicomedy »Mord mit Aussicht« wurde, und er weiß alles rund um das bedeutendste römische Gebäude des Dorfes.“

Dass Kallmuth auch ein Wallfahrtsort ist, in dem Jahr für Jahr am Schmerzensfreitag in der österlichen Fastenzeit das Gnadenbild der Mutter Gottes mit dem hingerichteten Gottessohn auf dem Schoß verehrt wird, wird in diesen Tagen deutschlandweit vom WDR 4 kundgetan. Maria Vossemer erzählt die Legende der Kallmuther Pieta. Foto: pp/Archiv ProfiPress

Und weiter: „Kallmuth ist auch ein Wallfahrtsort, in dem traditionell am 1. Mai eine der größten Pferdeprozessionen im Rheinland stattfindet, der »Georgsritt«.

Mit dem gebürtigen Bayern Gerhard Mayr-Reineke kommt einer der engagierten Gottesdienstleiter der GdG St. Barbara Mechernich im Radio zu Wort. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nach dem Heiligen Georg wurde auch die Pfarrkirche benannt. Sie ist eine Wirkungsstätte von Milchbauer Stefan Weingartz, aber auch von Gerhard Mayr-Reineke, der als Bayer in Kallmuth heimisch geworden ist.“

pp/Agentur ProfiPress

 

Besuch des Nikolaus auch in Zeiten von Corona

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In diesem Jahr reiste der Nikolaus am Abend des 05.12.2020 aus weiter Ferne an, um den Kindern und Senioren des Dorfes einen Hausbesuch abzustatten. 

Der Nikolaus dankt Johannes Trimborn für die entstandenen Bilder, den Nikolaus-Helfern Margret Schneider und Alexandra Schmitz, sowie auch allen anderen, die zu der erfolgreichen Aktion beigetragen haben.

Auch ein herzliches Dankeschön für die teils sehr schön und aufwendig geschmückten Häuser im Dorf. Alle Kinder und Senioren freuten sich sehr über den Besuch aus der Ferne. Wir sehen uns im nächsten Jahr!

 

Seltener Gast in Kallmuth

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Info Advent und Nikolaus

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